Fassade nutzen

Gerade bei Modernisierungen von Bestandsgebäuden kommt man mit den Platzverhältnissen schnell an die Grenzen. Auch bei Fragen wie Reservevorhaltung machen sich die meisten Planer, Handwerker aber auch Immobilienbesitzer erst Gedanken, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. 

 

Bei meinem Bauvorhaben in Nalbach, einem Mietshaus mit 11 Einheiten, hatte ich die Problematik, sowohl Kabel in den Aussenbereich zu bringen um z.B. Kameras anzuschließen, aber auch Versorgungskabel von Aussen in den Gebäudekörper zu führen, um z.B. neue Telekommunikationskabel zu installieren. 

Im Zuge der Planung der energetischen Sanierung vor den Aussenarbeiten, machte ich mir Gedanken, was mich bei den Arbeiten erwartet, aber auch mit Hinblick auf die Zukunft, was auf das Gebäude zukünftig noch kommen würde.

 

Es war gelant, an der Aussenfassade nach vorbereitenden Maßnahmen eine WDS Dämmung zu installieren. Im Hinblick auf die dahinter liegenden Wohnungen und Räume ergab sich für mich eine Lösung, Kabel und Versorgungsleitungen, aber auch zukünftige Installationen zu planen und installieren.

 

Nach dem Gespräch mit meinem Elektriker als auch Energieberater wurde folgend beschlossen:


  • Netzwerkkabel an der Aussenfassade anzubringen um Netzwerkkameras zu installieren
  • Ebenso weitere Netzwerkkabel über die Fassade in den Eingangsbereich jeder Wohnung zu bringen &
  • Buskabel mit diesem Netzwerkkabel bis in den Heizkreisverteiler der alten Fußbodenheizung in den Fluren dieser Wohnungen zu ziehen.
  • Für diese Installationen wurden in den Fluren der Wohnungen des Hauses 10 (Neubau) die Wände im oberen Bereich geschlitzt und von dort das Kabel zu den entsprechenden Stellen gebracht. (Dazu gibt es hier einen weiterführenden Link!)
  • Leerrohre im Erdgeschoss an die Wände zu bringen um E-Auto Ladesäulen zu etablieren
  • Leerrohre ebenso zu einer neu installierten Briefkastenanlage zu bringen für spätere Installation
  • Glasfaser-Leerrohre auf der Rückseite und seitlichen Rückseite installieren, die je Wohnung in das entsprechende Wohnzimmer führen und weiter im Bauverlauf über die hintere seitliche Fassade in den neuen zentralen Hauptanschlussraum führen.


Im Zuge dieser Installationsarbeiten wurden ebenso alte Holzverkleidungen in den Vorflurbereichen aber auch den Balkonen auf der Rückseite zurückgebaut. Hier wurden neue Leitungen zu Steckdosen und Beleuchtung im Aussenbereich geschaffen. Die Beleuchtung wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Steinel installiert. Das Produkt RS20 Pro, das sich hier sehr gut eignet, stelle ich in einem getrennten Bericht vor.



Wie auf den Bildern zu erkennen installierte der Elektriker sowohl KNX BUS Kabel als auch Netzwerkkabel über die Aussenwand, die später mit einem Wärmeverbundsystem aufgedämmt wurde. Die Kabel verlaufen zu jeder Wohnung weiter und dort in einem Schlitz zum Heizkreisverteiler. So hat man weniger Aufstemmarbeiten oder auch Kernbohrungen in den Wohnungen.

Da hier die Stemmarbeiten schon vorab geplant waren; ebenso die anschließenden Schließarbeiten mit Gips, entfiel hier eine Führung im Sockelbereich, wie z.B. Hager Tehalit SL. Die Holzverkleidung wurde ebenfalls zurückgebaut und dort neue Kabel für Strom etc. durchgezogen; anschließend mit WDS gedämmt und glatt verputzt.

 

Auf dem mittleren Bild sieht man Duplexkabel die vor einem Aushang enden. Hier ist zur späteren Verwendung ein Infosystem / Digitaler Aushang geplant, so das die Mieter schon bei Betreten des Anwesens informiert werden.


Weitere Bilder zeigen die Leitungsführung von Netzwerk und Bus auf der Westseite als auch mit dem zweiten Bild weitergehend, die Installation von Glasfaser Rohren, um hier jede Wohnung mit Glasfaser zu versorgen. Diese wird in jeder Wohnung ins Wohnzimmer geführt. Ebenso sieht man auf dem vorletzten Bild Netzwerkkabel für eine Netzwerkkamera. Das letzte Bild zeigt die Kabelwege und noch aufgerollte Glasfaser Lerrrohre, die von dort über eine abgehängte Decke (noch Rohbau) in den Hauptverteilerraum führen.

Anschließende Dämmarbeiten vor dem Verputzen. WICHTIG! KLÄREN SIE VOR DEN ARBEITEN OB ALLE KABEL GELEGT SIND, RESERVEN EBENSO. KLÄREN SIE DIE KABELWEGE MIT DEM FOLGEGEWERK ISO/GIPSER AB! LASSEN SIE SICH DAS SCHRIFTLICH UNTERZEICHNEN!

SCHLUSSWORT

Sie sehen, das eine nachträgliche Kabelführung in Bestandsgebäuden durchaus mit Kreativität durchzuführen ist. Sollte es nicht möglich sein, bei vorhandener Dämmung weiter Kabel zu ziehen, sollten Sie unbedingt einen Fachplaner hinzuziehen, der Ihnen bestimmt dazu rät, Teilbereiche zu öffnen. Mit genug Kreativität ist das möglich.

Durch diese Arbeiten konnte das Gebäude sowohl mit Netzwerk / Netzwerkkameras, als auch mit KNX Buskabel versorgt werden, so das hier eine Einzelraumsteuerung der Heizung als auch andere Features, wie Überwachung, Fahrzeugzählung, Zutritt, Beleuchtung möglich wurden.